Tag 7 – Samstag
Heute soll es früh losgehen, 6:15 Uhr, denn da ist es noch nicht so warm. Wir werden viel laufen und tragen, körperlich arbeiten, Müll sammeln. Wir schaffen 9:00 Uhr. Treffen an der Clinic of God, keiner da. Wie sie erfahren, dass wir angekommen sind, weiß ich nicht, doch wenige Minuten später wimmelt es. Helfer kommen von allen Seiten und mehr als 50 der zauberhaften Old Fadama Kids. Großes Hallo und dann rein in die Handschuhe. In der China Mall gab es nur Größe L, wie Large. Die Hände der Kinder sind sehr klein. Beim Anziehen der Handschuhe, flutschen alle Finger in den Handschuh Daumen, dann fangen wir an zu sortieren, 1, 2, 3, 4, 5, geschafft. Knoten rein und tatsächlich halten die Handschuhe bis zum Schluss. Es recken sich uns zwanzig, dreißig kleine Kinderhände entgegen.

Wir haben große schwarze Sammelsäcke mitgebracht und los geht’s. Die Kinder laufen, sammeln ein, bringen das Plastik in die Säcke und dann geht es weiter. Nach 1 ½ Stunden sind wir müde und die Säcke voll. Wir laufen durch die gleichen engen Gassen, entlang den gleichen verfallenen Hütten, all dem Elend. Doch diesmal ist es nicht schwer. Die fröhlichen Kleinen zu erleben, ihren Fleiß, mit dem Gefühl, dass es ihnen ernsthaft wichtig ist, dass der Müll verschwindet, befreit die Gefühle. Jedes dieser Kinder hat das gleiche Recht auf ein gesundes Leben, gesunde Eltern, eine saubere Umgebung und eine gute Zukunft wie alle Kinder auf der Welt. Im Theaterstück verbünden sich die reichen Kinder in Accra mit den Kindern aus den Slums. So geht das nicht, so wollen wir das nicht, rufen sie auf ihrer Demonstration und haben große Plakate beschriftet.

No more plastics
No more toxic e – waste!

Unterwegs gibt es Getränke, zum Schluss eine Mahlzeit für alle Kinder. Die End – Plastic Gruppe aus dem Holy – Family Hospital in Nkawkaw hat das sorgfältig vorbereitet, der Rotary Club Nürnberg Connect und Rotary Endplasticsoup haben es bezahlt.
Der Sub – Chief hat teilgenommen, einige Lehrerinnen der St Mary’s School, Offizielle und viele in den Gassen haben uns unterstützt. Diese Art von Bewusstseinsarbeit ist Teil der Rotary Aktionen gegen den Plastikmüll.

Wir besuchen noch einmal den Lucky Chief, die Sache mit den Grundstücken für unsere Container geht klar. Wir dürfen filmen und fotographieren und uns frei bewegen. Kein Eintritt.
Die Film Dokumentation verlinke ich demnächst hier.
Wir haben vor, wiederzukommen und dort aktiv zu bleiben. Bericht folgt Ende 2026 oder Anfang 2027.
Auf dem Rückweg treffen wir Father Subash aus dem Orden von Mutter Theresa in seiner Clinc of God. Wir möchten mit ihm zusammenarbeiten und helfen, die Clinic wieder in Betrieb zu nehmen. Sixtus, unser Begleiter aus Nkawkaw ist ein ausgewiesen kluger Manager und hat gute Ideen und vor allem guten Willen. Ich biete an, finanzielle Unterstützung zu organisieren. Doch Father denkt von Tag zu Tag und nicht an die Zukunft. Er nimmt das Leben wie es gerade kommt. Wenn wir spenden, wird er mit der Renovierung der Klinik beginnen. Wenn das Geld nicht reicht, dann reicht es nicht und die Klinik kann nicht in Betrieb genommen werden.

Ich vermute, dass er die Enttäuschung in unseren Gesichtern wahrgenommen hat. Er beginnt sich zu erklären, erzählt von all den Mühen, der schweren Arbeit, die er auf sich genommen hat, von der fehlenden Unterstützung und Dankbarkeit, hier geht er sehr ins Detail. Vor im liegt ein langes, vermutlich scharfes, sicher spitzes Messer, das er immer wieder aufnimmt, mit dem er dann in die Luft sticht, es zurücklegt und auf dem Schreibtisch dreht. Ich bekomme schon etwas Angst, zumal er sich ein wenig in all seine Enttäuschungsgeschichten hineinsteigert. Mit abschließend zusammenfassenden Worten, vom Stuhl aufstehend beende ich das Gespräch. Dann kommt doch noch eine sehr versöhnliche Geste. Er hat an den Geburtstag von Sr Ruth gedacht und einen Kuche aus Indien mitgebracht. Dazu, den aufzuschneiden und dann zu verteilen ist das Messer gedacht. Auf geht’s zu den Kindern, es sind noch etwa 30 geblieben und der Kuchen ist klein. Sr Ruth teilt und jedes der Kinder bekommt sein kleines Stück.
Das Clinic Thema bleibt offen. Es geht ja nicht nur um das Gebäude und die Ausstattung sondern auch um das Team, das die Clinic betreut. Und um Anerkennung durch Staat und Krankenkassen und die Organisation und Finanzierung des Betriebs. Eine einfache Renovierung mit den lokalen Handwerkern reicht nicht.
Abschied von den Kindern, die glücklich an ihren Kuchenstücken kauen. Dann geht es zurück in das Hotel.
Jetzt ist die Erleichterung umfassend und lässt Raum für Lebensfreude und Gefühle aller Art. Es fällt soviel von mir ab. Let’s dance! Am Abend feiern wir im Hotel den Geburtstag von Sr. Ruth; unsere Kranke ist wieder auf den Beinen.


Morgen fahren wir nach Westen, besuchen die Sklavenburg von Cape Coast und fahren in das KoSa Beach Resort ans Meer.
Vielleicht waren das schon die Höhepunkte der Reise. Doch ihr ahnt schon, da kommt noch was. In Battor am Voltafluss, im kleinen Ort Nkawkaw und im nördlichen Damongo, Mole – Nationalpark inklusive.
Ausserdem gibt es noch eine große Überraschung von den German Rotary Volunteer Doctors. Also: dranbleiben.

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